Mit Gottesdiensten unter freiem Himmel, 51 neuen Fünftklässlern und viel Gemeinschaft startet die Evangelische Oberschule Lunzenau ins Schuljahr 2026/27.
Noch sind die Ferien nicht ganz vergessen, da füllt sich der Schulhof der Evangelischen Oberschule Lunzenau schon wieder mit Stimmen, Musik und erwartungsvollen Gesichtern. Das neue Schuljahr 2026/27 hat begonnen – und wie es inzwischen gute Tradition ist, nicht im Klassenzimmer, sondern unter freiem Himmel.
Zum ersten Schultag versammelte sich am 17. August die gesamte Schulgemeinschaft auf dem Schulhof zum Gottesdienst. „Was einst als Alternative zur gesperrten Kirche begann, ist nun schon eine kleine Tradition geworden: die Open-Air-Gottesdienste auf dem Schulhof“, erinnerte Schulleiter Felix Bochmann. Und tatsächlich hat diese Form ihren ganz eigenen Reiz: Gemeinsam wird gesungen, die jüngeren und älteren Schülerinnen und Schüler sitzen nebeneinander, Lehrerinnen, Lehrer und Mitarbeiter mittendrin. Schule zeigt sich hier als Gemeinschaft.
Passend zum Beginn eines neuen Schuljahres stellte die Jugendgruppe „On Fire“ in einem pantomimischen Theaterstück eine Frage, die weit über den Unterricht hinausweist: Wovon lasse ich mich in meinem Leben leiten? Von Erwartungen anderer? Von eigenen Wünschen? Von dem, was gerade besonders verlockend erscheint? Oder vom Vertrauen zu Gott, das Orientierung geben kann? Dazu entstanden eindrückliche Bilder. Selbst das Wetter spielte mit: Erst ganz am Ende des Gottesdienstes begann es zu regnen – als hätte auch der Himmel geduldig bis zum Schluss gewartet.
Für 51 Schülerinnen und Schüler war dieser Montag ein besonders aufregender Tag: Sie beginnen ihre Schulzeit an der Evangelischen Oberschule in zwei neuen fünften Klassen. Ihre Klassenleiterinnen Madlen Avram und Ahed Ludwig begleiten sie durch die kommenden Wochen, in denen es zunächst nicht nur um Stundenpläne, Hefter und Hausaufgaben geht. Ein umfangreiches Programm in der ersten Schulwoche soll den Neuankömmlingen helfen, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, das Schulhaus und das gemeinsame Leben an der neuen Schule kennenzulernen.
Begonnen hatte dieses Kennenlernen allerdings schon während der Vorbereitungswoche. Während Lehrerinnen, Lehrer und Mitarbeiter das neue Schuljahr planten und etwa in einer traditionellen ganztägigen Klausurtagung grundlegende Zukunftsfragen diskutierten, gehörte der Donnerstag ganz besonders den neuen Fünftklässlern und ihren Familien. Vor dem Elternabend wurden die Kinder begrüßt, anschließend kam man beim gemeinsamen Grillen auf dem Schulhof miteinander ins Gespräch. So wurde aus einem Informationsabend schnell ein erstes kleines Schulfest.
Am Sonntag folgte der Schuleingangsgottesdienst eigens für die fünften Klassen, natürlich ebenfalls unter freiem Himmel. Pfarrerin Anja Förster erzählte in ihrer Predigt vom jungen David. Auch er war nicht von Anfang an der große König, als den man ihn später kannte. Er musste wachsen, Erfahrungen sammeln und seinen Weg finden. Dazu passte das Lied „Alles muss klein beginnen“: ein einfacher Satz, der gerade am Beginn eines neuen Lebensabschnitts viel Mut machen kann.
Ein besonderer Moment war die Einsegnung der neuen Schülerinnen und Schüler. Mit einem persönlichen Segen wurden sie in die Schulgemeinschaft aufgenommen. Schulverein und Gewerbeverein sorgten außerdem dafür, dass niemand mit leeren Händen nach Hause ging: Für die neuen Fünftklässler gab es ein Schul-T-Shirt und eine Trinkflasche.
Nun kann es also beginnen, dieses neue Schuljahr: mit Unterricht und Pausenklingeln, mit vertrauten Gesichtern und neuen Freundschaften, mit Herausforderungen, Erfolgen und vermutlich auch manchem Umweg. Denn nicht nur David musste erst wachsen. Schule heißt schließlich auch: anfangen, ausprobieren, größer werden. Und manchmal beginnt etwas Großes ganz klein – auf einem Schulhof in Lunzenau.
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