Evangelische Oberschule Lunzenau

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Archiv 2015/16

Kein Herz aus Stahl – ein Projekttag mit Michael Stahl

„Nur wer sich selbst achtet und liebt, ist fähig, auch andere zu achten und zu lieben.“

Dieses Zitat stellt Michael Stahl seinem Vortrag, mit dem er an Schulen, in Heimen, Gefängnissen und vielen anderen Einrichtungen unterwegs ist, voran.

Michael Stahl, Jahrgang 1970, wohnhaft in Ulm, Familienvater, Christ hat eine Menge zu sagen: er spricht über sich, über seine Vergangenheit, seine persönlichen Erfahrungen, denn das Leben hat es nicht immer gut gemeint mit ihm. Aufgewachsen mit einem Vater, der den Alkohol mehr liebte als die Familie, der seinem Sohn offen seine Verachtung zeigte, der ihn schließlich aus dem Elternhaus verwies. Dieses Vater- Sohn- Trauma begleitete Michael Stahl sein ganzes Leben lang. Er arbeitete als so genannter VIP-Bodyguard, beschützte in dieser Funktion die deutsche Fußballnationalmannschaft, Nena, Muhammad Ali, Dirk Nowitzki und zahlreiche weitere Personen mit Rang und Namen. Er erfuhr Ablehnung, erlebte Niederlagen, musste erkennen, dass auch ihm Fehler unterlaufen sind. Und er spricht darüber. Dabei geht es in seinen Vorträgen nicht um den erhobenen moralischen Zeigefinger. Michael Stahl möchte anregen; anregen zum Nachdenken über sich selbst und das eigene Ich im Verhältnis zu seinen Mitmenschen. Er spricht dabei über eigene Niederlagen ebenso über Momente in seinem Leben, die ihn erstaunten, die ihm Gänsehaut bereiteten und er ist authentisch, bodenständig, man merkt, dass er die Menschen, die ihm lauschen, wahrnimmt. Und er sagt, dass Vergebung die einzige Möglichkeit ist, um sich von den Fesseln der Vergangenheit zu lösen.

Mucksmäuschenstill verhielten sich unsere Schüler an diesem Projekttag, dem 25.2. Eineinhalb Stunden hörten sie Michael Stahl gebannt zu, als er zum Beispiel vom Chef einer Jugendgang berichtete, den er im Gefängnis traf und der echte Gefühle zeigte, als er diesen auf dessen Vater hin ansprach. Und wenn er von seinem eigenen Vater spricht, der ihn anspuckte, als er ihn fragte, was er zum Geburtstag bekäme…

Was tun wir einander an, wenn wir uns nicht achten? Zeigt euch gegenseitig eure Liebe und Wertschätzung, dann kommt es auch nicht zu Gewalt. Jeder Mensch ist wertvoll, man sollte sich selber als wertvoll empfinden. Diese Botschaften hatte Michael Stahl zuerst für unsere jüngeren Jahrgangsklassen und in einer zweiten Veranstaltung für unsere Jahrgangsklassen 7 bis 10 an diesem Donnerstag im Gepäck. Und es gelang ihm, die SchülerInnen zu begeistern, ihr Interesse zu wecken, vielleicht auch beim Einen oder Anderen ein Nachdenken über das eigene Sein anzuregen. Gepaart mit Teamspielen, untermalt mit witzigen Rollenspielen zeigte Michael Stahl an diesem Tag den Schülern, wie wichtig es ist einander so anzunehmen wie man ist, Fehler auch einmal zu verzeihen, Schwächen zuzugeben und an die eigenen Stärken zu glauben.

Eine rundum gelungene Veranstaltung, die sich am Abend auf die Eltern übertrug, als Michael Stahl in einem gut besuchten Themenelternabend (die Kinder hatten kräftig die Werbetrommel bei ihren Eltern gerührt) an die Erwachsenen appellierte Vorbild und echte Orientierung für ihre Kinder zu sein, mit ihren Kindern gemeinsame Erlebnisse zu schaffen, mit ihnen zu reden, ihnen zuzuhören. Weniger  moderne Technik, mehr Zuwendung lautete hier seine Botschaft in einer ziemlich emotionalen Abendveranstaltung, aus der wohl niemand gänzlich unberührt hinausging.  

 

 

 

 

  

 

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